Die Ratinger Altstadt: Ein Rundgang durch das historische Zentrum
1276 bekam Ratingen die Stadtrechte – und die Altstadt sieht heute noch so aus, als hätte sie sich seitdem nur das Nötigste ändern lassen. Fachwerk, Kopfsteinpflaster, der Dicke Turm: Wer hier durchspaziert, versteht, warum Ratingen sich nicht hinter Düsseldorf verstecken muss.
Die wichtigsten Stationen auf einen Blick
| Sehenswürdigkeit | Wo | Was erwartet euch | Eintritt |
|---|---|---|---|
| Dicker Turm | Wallstraße | Wehrturm aus dem 14. Jh., Teil der Stadtmauer | Frei |
| Marktplatz | Stadtzentrum | Wochenmarkt Mi+Sa, Gastronomie, Events | Frei |
| Stadtmuseum | Peter-Brüning-Platz 1 | Stadtgeschichte, wechselnde Ausstellungen | Frei |
| Ev. Stadtkirche St. Peter und Paul | Kirchplatz | Romanisch-gotische Hallenkirche, 12. Jh. | Frei |
| Oberschlesisches Landesmuseum | Bahnhofstraße 71 | Geschichte Schlesiens, Sonderausstellungen | 4,50 € |
| Cromford | Cromforder Allee 24 | Erste Fabrik Europas (1783), LVR-Museum | 5 € |
| Poensgenpark | Poensgenallee | Historischer Stadtpark, Skulpturen | Frei |
Der Dicke Turm und die Stadtmauer
Fangen wir da an, wo die Stadt angefangen hat: an der Befestigung. Von der mittelalterlichen Stadtmauer stehen noch beachtliche Abschnitte, allen voran der Dicke Turm an der Wallstraße. Der Wehrturm stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist das inoffizielle Wahrzeichen Ratingens. Die Mauerstärke beträgt an der Basis fast drei Meter – damals wie heute beeindruckend.
Vom Turm aus lässt sich ein Spaziergang entlang der alten Stadtmauer machen: Richtung Obertor, vorbei an der Trinsenturm-Ruine, durch die Seitengassen mit ihren restaurierten Fachwerkhäusern. Die komplette Runde dauert etwa 20 Minuten – ohne Fotostopps, wohlgemerkt.
Der Marktplatz: Ratingen bei sich selbst
Der Marktplatz ist das Wohnzimmer der Stadt. Jeden Mittwoch und Samstag von 8 bis 14 Uhr verwandelt er sich in einen Wochenmarkt mit regionalen Anbietern: Obst und Gemüse vom Bauernhof, Käse, Brot, Fisch, Fleisch. Im Sommer öffnet der Markt schon ab 7 Uhr.
Drumherum die Gastronomie: Das Schlüssel am Markt (Düsseldorfer Str. 1) mit seiner Terrasse direkt am Platz, das Alte Steinhaus (Bechemer Str. 10) mit Tapas im historischen Gemäuer, das Ratinger Brauhaus (Bahnstraße 15) mit eigenem Alt vom Fass. Wer alle Empfehlungen will: unser kompletter Restaurant-Guide für Ratingen.
Die Kirchen: Romanik trifft Gotik
Die evangelische Stadtkirche St. Peter und Paul am Kirchplatz ist das älteste Gebäude der Altstadt. Der romanische Kern stammt aus dem 12. Jahrhundert, der gotische Chor kam im 15. Jahrhundert dazu. Von außen eher schlicht, von innen überraschend weitläufig. Reinschauen lohnt sich – die Kirche ist tagsüber geöffnet.
Wenige Gehminuten entfernt steht die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul an der Düsseldorfer Straße. Neugotisch, Ende des 19. Jahrhunderts gebaut, mit einem Turm, der die Altstadt-Skyline prägt.
Museen: Klein, aber fein
Das Stadtmuseum am Peter-Brüning-Platz 1 erzählt die Stadtgeschichte von den Anfängen bis heute. Kompakt, modern gestaltet, freier Eintritt. Besonders die Abteilung zur Industriegeschichte lohnt sich als Einstieg, bevor man zum Cromford fährt.
Das Oberschlesische Landesmuseum an der Bahnhofstraße 71 ist ein Unikum: Das einzige Museum in Westdeutschland, das sich der Geschichte Oberschlesiens widmet. Eintritt 4,50 €, Sonderausstellungen wechseln regelmäßig. Auch für Nicht-Schlesier interessant – die Dauerausstellung ist klug gemacht.
Und dann ist da natürlich das LVR-Industriemuseum Cromford (Cromforder Allee 24): die erste Fabrik auf dem europäischen Kontinent, gegründet 1783 von Johann Gottfried Brügelmann. Die originalen Spinnmaschinen laufen noch. Eintritt 5 €, jeden ersten Freitag im Monat frei. Mehr dazu in unserem Ausflugsziele-Guide.
Shopping und Einkaufsstraßen
Die Düsseldorfer Straße und die Oberstraße sind die Haupteinkaufsachsen der Altstadt. Hier mischt sich das Übliche – DM, Deichmann, Rossmann – mit inhabergeführten Läden, die der Straße ihren Charakter geben. Der Ratinger Hof (ehemaliges Kaufhaus) am Marktplatz wurde vor einigen Jahren renoviert und beherbergt jetzt Einzelhandel und Gastronomie.
Samstags nach dem Wochenmarkt durch die Altstadt bummeln und danach einen Kaffee in der Kaffeerösterei Rosendahl (Kornsturmgasse 15) – das ist für viele Ratinger das Samstagmorgen-Ritual.
Parks und Grünanlagen
Der Poensgenpark an der Poensgenallee ist die grüne Lunge der Altstadt. Angelegt im 19. Jahrhundert, mit altem Baumbestand, Skulpturen und einem Teich. Im Sommer perfekt zum Picknicken, im Herbst für den Sonntagsspaziergang.
Wer weiter raus will: Das Angertal beginnt östlich der Altstadt und führt Richtung Wülfrath und Haan. Ein wunderschönes Wandergebiet mit dem Anger-Bach, alten Mühlen und Waldwegen. Die Route von der Altstadt bis zum Gut Anger (ca. 6 km einfach) gehört zu den schönsten Spaziergängen in der Region.
Altstadt auf der Karte
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Alle Angaben ohne Gewähr. Öffnungszeiten und Eintrittspreise können sich ändern – am besten vorher kurz auf der jeweiligen Website nachschauen. Stand: März 2026.