Luftaufnahme einer deutschen Kleinstadt mit grünen Vororten

Ratingen und seine Stadtteile: Von Hösel bis Lintorf im Überblick

Ratingen hat rund 87.000 Einwohner, verteilt auf ein knappes Dutzend Stadtteile – und keiner davon ist wie der andere. Zwischen S-Bahn-Anschluss und Pferdekoppel, zwischen Fachwerk-Altstadt und Neubaugebiet liegen manchmal nur zehn Minuten mit dem Rad. Wir haben uns in allen Ecken umgeschaut.

Alle Stadtteile auf einen Blick

StadtteilEinwohner (ca.)CharakterS-BahnBesonderheit
Mitte (Altstadt)22.000Urban, historischRatingen OstFachwerk, Marktplatz, Gastronomie
Lintorf19.000Dörflich, grünRatingen WestBlauer See, Kalksteingruben
Hösel9.500Ruhig, gehobenHöselS6-Anschluss, Waldnähe
Breitscheid10.000Wachsend, jungNeue Wohngebiete, Gewerbe
Tiefenbroich5.500SuburbanFamilien, gute Kitas
West7.000Gewerbe & WohnenIkea, Esprit-Zentrale, DüsseldorfAirport-Nähe
Homberg3.000LändlichReiterhöfe, Wanderwege
Schwarzbach1.200LändlichNatur pur, Anger
Eggerscheidt2.500DörflichEigener Schützenverein, ruhig

Ratingen-Mitte: Wo die Stadt ihr Herz hat

Wer Ratingen sagt, meint meistens die Altstadt – und die hat es in sich. Der historische Kern mit seinen Fachwerkhäusern, dem Dicken Turm und dem Marktplatz gehört zu den am besten erhaltenen im Rheinland. Stadtrechte seit 1276, und man merkt die Geschichte an jeder Ecke.

Das Leben spielt sich rund um den Marktplatz ab: Mittwochs und samstags Wochenmarkt (8–14 Uhr), dazu eine Gastroszene, die für eine Stadt dieser Größe bemerkenswert ist. Vom Schlüssel am Markt über das Alte Steinhaus bis zur Kaffeerösterei Rosendahl – wer gut essen will, wird hier fündig. Mehr dazu in unserem Restaurant-Guide.

Einkaufen geht in der Düsseldorfer Straße und der Oberstraße, wo sich inhabergeführte Geschäfte neben den üblichen Ketten halten. Und wer nach dem Shoppen noch Kultur will: Das Stadtmuseum am Peter-Brüning-Platz und das Oberschlesische Landesmuseum an der Bahnhofstraße sind beide einen Besuch wert.

Lintorf: Der grüne Norden

Lintorf ist der flächenmäßig größte Stadtteil und fühlt sich manchmal eher wie ein eigenes Dorf an als wie ein Vorort. Rund 19.000 Menschen leben hier, viele davon Familien. Das Ortszentrum an der Lintorfer Straße hat alles, was man braucht: Bäcker, Metzger, Apotheke, Ärzte – und freitags einen kleinen Wochenmarkt.

Das Highlight ist der Blaue See: ein ehemaliger Kalksteinbruch, der sich in ein malerisches Naherholungsgebiet verwandelt hat. Der Rundwanderweg (ca. 2,5 km) ist perfekt für einen Sonntagsspaziergang. Nebenan liegt der Freizeitpark Blauer See mit Wildgehege und Spielplätzen – ideal mit Kindern. Mehr zu Ausflugszielen in unserem Ausflugsziele-Guide.

Verkehrstechnisch hat Lintorf den Bahnhof Ratingen West (S6 Richtung Düsseldorf/Essen) und liegt direkt an der A44.

Hösel: S-Bahn und Stille

Hösel ist das, was Immobilienmakler „gehobene Wohnlage“ nennen – und damit haben sie ausnahmsweise recht. Der Stadtteil im Süden punktet mit dem eigenen S-Bahnhof (S6, 20 Minuten bis Düsseldorf Hbf), viel Wald und einer Ruhe, die man so nah an der Großstadt nicht erwartet.

Das Hösel-Zentrum rund um die Bahnhofstraße ist überschaubar: ein paar Geschäfte, der Prinzenbahnhof als gehobene Restaurant-Adresse (Bahnhofsvorplatz 14), ein Rewe. Aber wer hier lebt, will genau das – Ruhe mit Anschluss. Die A3 ist in fünf Minuten erreichbar, der Düsseldorfer Süden quasi nebenan.

Für Familien: Die Grundschulen in Hösel (Astrid-Lindgren-Schule, Suitbertus-Grundschule) haben einen guten Ruf, der Angerbach-Grünzug ist quasi ein Abenteuerspielplatz zum Wandern.

Breitscheid und Tiefenbroich: Die Aufsteiger im Westen

Wer vor zehn Jahren durch Breitscheid gefahren ist, hätte nicht gedacht, wie sehr sich der Stadtteil verändern würde. Neue Wohngebiete, eine moderne Kita-Landschaft und die Nähe zum Gewerbegebiet West haben Breitscheid zum Magneten für junge Familien gemacht. Die Preise sind (noch) moderater als in Hösel oder der Altstadt.

Tiefenbroich grenzt direkt an und ist ähnlich geprägt: suburban, familienfreundlich, mit guter Kita- und Schulversorgung. Einkaufsmöglichkeiten gibt es am Europaring, für alles andere fährt man in die Altstadt – mit dem Rad sind es zehn Minuten.

Ratingen West: Ikea, Esprit und der Flughafen nebenan

West ist der Stadtteil, durch den die meisten Ratinger täglich durchfahren, ohne ihn wirklich wahrzunehmen. Hier sitzen große Arbeitgeber wie die Esprit-Europazentrale, hier steht das Ikea-Einrichtungshaus, und der Düsseldorfer Flughafen ist buchstäblich einen Steinwurf entfernt.

Wohnen in West ist preisgünstig und pragmatisch. Der Stadtteil ist weniger charmant als die Altstadt, dafür extrem gut angebunden: A44, A52, Flughafen – wer viel unterwegs ist, hat hier kurze Wege.

Homberg und Schwarzbach: Das ländliche Ratingen

Wer in Homberg oder Schwarzbach lebt, hat bewusst die Ruhe gewählt. Diese östlichen Stadtteile sind so ländlich, wie es im Großraum Düsseldorf nur geht: Pferdekoppeln, Wanderwege durch Felder und Wälder, kaum Durchgangsverkehr. In Homberg gibt es mehrere Reiterhöfe, Schwarzbach hat gerade mal 1.200 Einwohner.

Die Kehrseite: Ohne Auto geht hier wenig. Busse fahren selten, die nächsten Einkaufsmöglichkeiten sind in der Altstadt oder in Breitscheid. Dafür hat man morgens den Nebel über den Feldern und abends die Stille – das ist auch was wert.

Eggerscheidt: Das Dorf in der Stadt

Eggerscheidt im Norden, zwischen Lintorf und dem Angertal gelegen, hat sich seinen dörflichen Charakter komplett bewahrt. Eigener Schützenverein, eigenes Dorffest, eigene Identität. Rund 2.500 Einwohner, eine Grundschule, eine Kirche, ein Sportverein – mehr braucht es nicht.

Von hier ist man schnell am Blauer See in Lintorf oder im Angertal zum Wandern. Und wer doch mal in die Stadt will: Lintorf-Zentrum ist in fünf Minuten erreichbar.

Ratingen auf der Karte

Hier seht ihr alle Stadtteile im Überblick – von Lintorf im Norden bis Hösel im Süden.

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Alle Angaben zu Einwohnerzahlen sind Näherungswerte basierend auf städtischen Daten. Stand: März 2026.

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